Bereits das dritte Mal von einem internationalen hochrangigen Expertengremium im Rahmen der Evaluation für den Wissenschaftsfonds FWF hervorragend beurteilt, seit 2001 auch durch die EU als Marie-Curie-Training-Site für NachwuchswissenschafterInnen aus dem Ausland gefördert, eine viel gesuchte Anlaufstelle für Post-docs unter anderem aus Russland, den USA, Kanada und Südafrika und mehr als 800 wissenschaftliche Publikationen all das und mehr kann das Wissenschaftskolleg "Computational Materials Science" (CMS) seit seinem siebenjährigen Bestehen vorweisen.
Schlüsseltechnologie 'Computational Materials Science'
1998 gegründet und derzeit von Wissenschaftern der Institute für Materialphysik, Experimentalphysik und Physikalische Chemie der Universität Wien in Kooperation mit Kollegen der Institute für Theoretische Physik und Allgemeine Physik der Technischen Universität Wien getragen, beschäftigt sich das vom FWF geförderte Wissenschaftskolleg CMS mit Materialwissenschaften im weitesten Sinn: "Viele unser tägliches Leben bestimmende Eigenschaften von Materialien sind entscheidend durch Quantenphänomene geprägt. Dazu gehören etwa die Speicherung und Verarbeitung von Informationen in Computern, die Katalyse chemischer Reaktionen in Industrie und Umweltschutz oder der Entwurf neuartiger Hochleistungslegierungen für den Einsatz im Leicht- und Flugzeugbau. All diese industriell und ökologisch bedeutsamen Prozesse hängen von Phänomenen ab, die auf dem Niveau einzelner Atome und Elektronen wirksam werden", erklärt der Leiter des Kollegs, Univ.-Prof. Dr. Jürgen Hafner. "Der Untersuchung atomarer Prozesse sind im Labor dadurch Grenzen gesetzt, dass es nur selten möglich ist, einzelne Atome zu manipulieren oder zu beobachten. Deshalb spielt die Simulation quantenmechanischer Prozesse eine immer wichtigere Rolle in der Forschung und in der industriellen Entwicklung." Und er resümiert: "So ist die 'Computational Materials Science' auch zu einer Schlüsseltechnologie geworden, sie befindet sich auf dem Wege zum 'Computer-assisted Materials Design'."
Herausragender Nachwuchs
Zurzeit beschäftigen sich 16 KollegiatInnen mit computergestützter Materialforschung; 23 haben in den letzten sieben Jahren bereits ihr Doktorat abgeschlossen und sind in der akademischen und industriellen Forschung, aber auch in der Wirtschaft etwa in Banken und Consulting-Unternehmen tätig. Die Hälfte der KollegiatInnen kommt aus dem Ausland: aus Ungarn, Tschechien, Rumänien, der Ukraine, der Schweiz, Italien, Griechenland, der Slowakei, Spanien und China. Einmal am Wissenschaftskolleg aufgenommen, erhalten sie Doktorandengehälter, Reisegelder, Infrastruktur, kompetente Betreuung und Einführung in die Welt der Wissenschaft durch international renommierte GastprofessorInnen . "Ein Influx aus ausländischen Studierenden macht lokal einen Konkurrenzdruck, was uns ermöglicht, bei der Auswahl selektiver zu sein und einen höheren Qualitätsmaßstab anzulegen", freut sich Jürgen Hafner. Möglicherweise ist das der Grund, weshalb der Preis für die beste Dissertation im Bereich Physik und Chemie der Chemisch-Physikalischen Gesellschaft in den Jahren 2001 bis 2004 immer an einen Absolventen bzw. eine Absolventin aus dem Wissenschaftskolleg ging.
Bessere internationale Sichtbarkeit
Doch nicht nur den Studierenden bringt das Wissenschaftskolleg Vorteile, auch die beteiligten Institutionen haben etwas von diesem Zusammenschluss: "Eine bessere Sichtbarkeit nach außen", meint der Materialforscher. "Die österreichische Forschungsgemeinschaft ist viel zu stark fragmentarisiert. Dadurch, dass mehrere Forschungsgruppen zusammengefasst sind, entsteht eine Einheit, die auch international sichtbar und wirksam ist. Wir haben momentan im Wissenschaftskolleg neun Kollegiumsmitglieder, vier Assistenten, 16 Dissertanten sowie eine große Anzahl Post-docs insgesamt arbeiten hier bis zu 50 Wissenschafter und Wissenschafterinnen!"
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